Kaffeeanbau: Vom Anpflanzen bis zu der Ernte der Kirschen

Kaffeeanbau: Vom Anpflanzen bis zu der Ernte der Kirschen
Vom Kaffeeanbau bis zur Kaffeeernte | optimal Bedingungen für den Anbau | unterschiedliche Ernteverfahren | Auswirkungen des Klimawandels

 


 

Inhaltsverzeichnis

Der Anbau von Kaffeepflanzen

Der jährliche Kreislauf der Kaffeepflanzen

4 Grundlagen für erfolgreichen Kaffeeanbau

Unterschiedliche Möglichkeiten für die Kaffeeernte

Auswirkungen des Klimawandels auf den Kaffeeanbau

 


 

Der Anbau von Kaffeepflanzen

Wo wird Kaffee angepflanzt?

Die Kaffeeanbauregionen auf der Welt, in Äquator Nähe.

Kaffeepflanzen werden um den sogenannten Kaffeegürtel gepflanzt. Um die Äquatorlinie herum, praktisch in einer Linie. Genau gesagt nördlich zwischen dem zwanzigsten und südlich zwischen dem zwanzigsten Breitengrad. Innerhalb dieser Zonen findet der Kaffee seine optimalen Anbaubedingungen. Darunter fallen im Besonderen einige Länder Mittel- und Südamerikas, West und Zentralafrikas und Asiens. In Asien sind es vor allem der Vietnam, Indonesien und auch Indien.

 

Wie wird Kaffee angepflanzt?

Kaffeesetzlinge so wird Kaffee angebaut.

Für den Aufbau einer Kaffeepflanze werden ausgewählte grüne Bohnen in so genannten „Nurserys“ (ähnlich einer Baumschule) locker in einen leicht sauren Boden gedrückt. Die Bohen sollten dann ausreichend bewässert werden. Der nährstoffreiche Boden und das Wasser lassen daraus einen Setzling entstehen.

Diese Kaffee Setzlinge werden nach fünf bis sechs Wochen in Einzelbehälter umgetopft. In den Einzelbehältern gedeihen die Pflanzen weiter zu jungen Kaffeesträuchern. Nach weiteren 6-12 Monaten werden die Sträucher dann auf große Plantagen versetzt. Je nach Bohnenart werden sie in Abständen von 1-3 Meter voneinander entfernt gepflanzt.

 


 

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Die Kaffeepflanze kann bis zu 3 Meter in die Höhe wachsen. Ihre ertragreichste Zeit hat sie nach etwa sechs bis acht Jahren erreicht. Von der Aussaat bis zur ersten Ernte vergehen um die vier Jahre.

Nach etwa 20 Jahren verlieren die Pflanzen ihre Fruchtbarkeit und werden durch neue Kaffeepflanzen ersetzt. Sie werden während ihres gesamten Lebenszyklus gestutzt, um ein einfacheres Abernten, das „Picking“ von Hand zu ermöglichen. Dafür werden sie in etwa auf 1,5 Metern Höhe gehalten.

 


 

Der jährliche Kreislauf der Kaffeepflanzen

Der jährliche Zyklus der Kaffeepflanze, von der Blüte bis zur Frucht.

Der jährliche Zyklus unterscheidet sich, je nachdem wo das Anbaugebiet liegt. Wird der Kaffee in den wechselfeuchten Tropen angebaut, folgt die Pflanze einem jährlichen Zyklus. Dieser geht von der Blüte, über das Wachsen der Frucht bis zu deren vollen Reifung. Wenn die Frucht einmal jährlich reif ist, kann sie geerntet werden.

Hingegen in den Anbaugebieten rund um den Äquator gibt es keinen jährlichen Zyklus. Durch die beiden Regenzeiten überschneiden sich Blüte- und Erntezeit. Genau das macht die Kaffeepflanze so einzigartig und auch wunderschön. Denn sie blüht in derselben Zeit, während sie auch reife Früchte trägt. Das führt dazu, dass es an äquatornahen Anbaugebieten eine Haupt- und eine Nebenernte erfordert.

 


 

4 Grundlagen für erfolgreichen Kaffeeanbau

Die optimale Temperatur

Die optimale Temperatur für den Anbau von Kaffee.

Kaffeepflanzen mögen es weder zu warm noch zu kalt. Man könnte meinen, sie wären kleine Sensibelchen. Sie wachsen gerne bei einer Temperatur von 18 bis 25 Grad. Arg kälter oder wärmer sollte es für die empfindlichen Pflanzen nicht werden. Man sieht also, es bleiben weltweit gesehen, gar nicht so viele Anbauregionen übrig, auf die diese konstanten Temperaturen zustimmen.

Es gibt grob gesehen die Unterscheidung zwischen Robusta und Arabica Kaffee. Wie der Name bereits sagt, ist die Robusta Pflanze robuster. Robusta ist nicht so anfällig für Hitze und Kälte und kann auch bei wärmeren Temperaturen wachsen. Deshalb wird Robusta meist tiefer gepflanzt, als Arabica. Arabica gedeiht ausschließlich auf einer Höhe ab 800 Metern. Deshalb wird er auch gerne Bergkaffee genannt.

Prinzipiell gilt, je höher die Anbaulage, desto niedriger ist auch die Durchschnittstemperatur. Das bedeutet, desto langsamer wachsen die Kaffeekirschen. Langsameres Wachstum fördert eine stärkere Vielfalt der Aromen. Man kann sich das ungefähr so wie beim Anbau von Wein vorstellen.

Was die Pflanzen gar nicht vertragen ist Frost. Das kann verheerende Auswirkungen auf die derzeitigen und zukünftigen Ernten haben. Etwas höhere oder niedrigere Durchschnittstemperaturen halten die Pflanzen aus. Große Abweichungen mögen aber auch die Robusta Pflanzen nicht, noch weniger die Arabica Pflanzen.

 

Ein gemäßigter Niederschlag

Gemäßigter Niederschlag für Kaffeepflanzen.

Auch beim Thema Niederschlag und Luftfeuchtigkeit halten die Robusta Pflanzen etwas mehr aus als die Arabica Pflanzen. Die Robusta bevorzugen regenreichere Gebiete, wobei der Jahresdurchschnitt bei etwa 2.000 mm jährlicher Niederschlagsmenge liegen sollte. Die Arabica Pflanze ist bei 1.500 mm jährlicher Niederschlagsmenge zufrieden.

Die Pflanzen mögen weder Dauerregen noch lange Dürre. Eine konstante Regenmenge ist für das Wachstum am besten. Während die Robusta mit Luftfeuchtigkeit umgehen kann, ist das bei der Arabica anders. Dies begünstigt Blattkrankheiten wie Kaffeerost, was unbedingt zu verhindern ist.

 

Nahrhafter Boden

Kaffee benötigt für optimalen Wachstum einen nährhaften Boden.

Auch bei der Beschaffenheit des Bodens stellen die Kaffeepflanzen sehr hohe Ansprüche. Am besten erfüllt vulkanische Erde diese Ansprüche. Vulkansicher Boden ist sehr nährstoffreich, was die Kaffeepflanzen gerne mögen. Der Boden sollte im Idealfall einen pH-Wert zwischen 5 und 6 haben. Das bedeutet, er ist leicht sauer. Zudem ist der Boden idealerweise tief, locker und gut belüftet. Vulkanboden bietet genau diese Vorteile und ist die optimale Grundlage für den Anbau von Kaffeepflanzen.

An organischen Stoffen wie Stickstoff, Phosphorsäure und Kalium sollte es auch nicht mangeln. Daraus nehmen die Kaffeepflanzen ihre Kraft und wachsen dann umso besser. Die oberste Schicht sollte einen hohen Humusgehalt besitzen. Dies hat zwei Gründe: Einerseits das hohe Nährstoffangebot und die Feuchtigkeitsbewahrung und andererseits zur Verhinderung von Boden-Abschwemmungen bei starkem Regen.

 

Schatten und Windstille

Kaffeeplantage mit Schatten und Windstille.

Die Kaffeepflanzen mögen keine direkte Sonneneinstrahlung. Das würde Stress für die empfindlichen Pflanzen bedeuten. Denn dann würden mehr Blüten und auch Früchte produziert werden. Um mit so einem Wachstum Schritt halten zu können, müsste künstlicher Dünger zugeführt werden, weil die Pflanzen nicht so viele Nährstoffe aus dem Boden ziehen können. Dies wäre natürlich nicht erstrebenswert.

Daher wird Kaffee gerne an Hängen oder in Wäldern angepflanzt. Wenn keine schattenspendenden Sträucher vorhanden sind, werden Netze aufgespannt.  Durch die Beschattung oder den Anbau am Hang, haben es die Pflanzen zusätzlich windstiller. Denn zu viel Wind mögen sie gar nicht gerne. Auch von Schädlingen werden sie so besser geschützt.

 


 

Unterschiedliche Möglichkeiten für die Kaffeeernte

Die Sorgfalt und die Vorgehensweise bei der Ernte haben einen großen Einfluss auf den finalen Geschmack des Kaffees. Für alle Kaffees von EXPLORE THE WORLD COFFEE werden die Kaffeekirschen von Hand gepflückt und verlesen.

Prinzipiell gibt es 3 unterschiedliche Arten, um Kaffeebohnen zu ernten: Picking: Von Hand gepflückt, Stripping: Das Abstreifen und das maschinelle Verfahren: Mit dem Einsatz von Maschinen.

 

Das Picking

Das Picking bei der Kaffeeernte bedeutet, die reifen Kaffee Früchte von Hand zu pflücken.

Das Pflücken von Hand wird bei Spezialitätenkaffee durchgeführt. Dabei werden die Reifen Kaffeekirschen von Hand, vom Strauch abgedreht. Dabei bleibt das Fruchtfleisch bis zur Weiterverarbeitung intakt. Das hat den Vorteil, dass dabei nur die reifen Kirschen geerntet werden.

Im Gegensatz zu den anderen beiden Varianten, wo auch unreife Kaffeekirschen geerntet werden, da diese nicht alle gleichzeitig reif werden. Auch in einem Anbaugebiet werden Kaffeekirschen über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten reif, eben nicht gleichzeitig. Aus diesem Ernteverfahren resultiert natürlich auch ein höherer Rohkaffeepreis, da die Erntehelfer jede Kirsche einzeln pflücken. Das ist jedoch unumgänglich für hochwertigen Kaffee.

 

Das Stripping

Beim Stripping Verfahren werden alle Kirschen eines Astes abgestreift. Hierbei wird nicht darauf geachtet, ob alle Kaffeekirschen reif sind oder nicht. Auch die unreifen Kirschen werden mit geerntet. Daher gibt es bei diesem Verfahren viel mehr Ausschuss als bei der Picking Methode.

Beim anschließenden Aussortieren der Kirschen werden die Unreifen weggeschmissen und somit nicht weiterverarbeitet. Auch der Röster muss bei diesem Verfahren viel mehr auf Ausschuss achten, als bei der Picking Methode. Besonders bei größeren Plantagen wird die Stripping Methode gerne eingesetzt, da sie zeitsparender ist. Die Stripping Methode bietet keine gute Grundlage für Qualitätskaffee.

 

Das maschinelle Verfahren

Das maschinelle Ertneverfahren bei der Kaffeeernte.

Wie der Name bereits sagt werden die Kaffeekirschen hier mit Maschinen geerntet. Wenn der Kaffeebauer entschieden hat, dass die Früchte reif sind, werden alle Früchte der Plantage auf einmal mit Hilfe von Maschinen abgeerntet. Das hat zur Folge, dass auch alle unreifen Früchte mitgeerntet werden.

Das ergibt einen hohen Ausschuss und im Nachgang minderwertigen Kaffee. Das maschinelle Verfahren wird für sehr große Plantagen eingesetzt. Dieses Verfahren ergibt dann den minderwertigen Industriekaffee. Dieser ist deutlich günstiger als Spezialitätenkaffee, dafür sind hohe Qualitätsunterschiede merkbar und natürlich auch schmeckbar.

 


 

Auswirkungen des Klimawandels auf den Kaffeeanbau

Auswirkungen des Klimawandels auf den Kaffeeanbau und die Kaffeeernte.

Der Klimawandel trifft viele Kaffeebauern sehr hart. Besonders die Arabica Pflanzen sind sehr sensibel was Temperatur, Wetter und das Klima angeht. Sie benötigen ein beständiges Klima, was aber nach und nach schwieriger wird. Natürlich treffen die steigenden Temperaturen auch den Robusta. Es wird davon ausgegangen, dass in Brasilien, aber auch in anderen Kaffeeanbauregionen viele Anbauflächen wegfallen werden. Zudem gibt es zu wenige Neuerschließungen, damit sinkt das Erntevolumen weltweit.

Um dem entgegen zu treten wird ein Augenmerk auf die Erschließung von Flächen in Ostafrika und Südostasien gelegt. Jedoch ist es noch nicht ganz klar, wie die riesigen Flächen nachhaltig erschlossen werden können. Denn diese Flächen sind großteils von Regenwald bedeckt. Dies hätte die Folge, dass dafür mehr Regenwald abgeholzt werden müsste. Und das wiederum würde den Klimawandel beschleunigen. Es ist abzuwarten wie sich diese Thematik entwickeln wird.

 


 

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FAQ – Fragen rund um das Thema Kaffeeanbau und Kaffeeernte

Wie sind die Kaffeeanbau Bedingungen bei den Kaffees von EXPLORE THE WORLD COFFEE?

Für all unsere Kaffeesorten suchen wir uns nur kleine Bauern und kleine Plantagen aus. Das ist wichtig, damit wir die Qualität für unsere Spezialitätenkaffees langfristig halten können. Auf den kleinen Farmen wird alles von Hand abgeerntet. Das bedeutet zwar einen höheren Aufwand für die Bauern und Erntehelfer, jedoch zahlen wir ihnen einen um einen vielfach höheren Preis, als das z.B. bei Fair Trade vorgegeben ist.

 

Was gibt es für Probleme mit dem Kaffeeanbau weltweit gesehen?

Eines der größten Probleme für den Kaffeeanbau ist der fortschreitende Klimawandel. Es wird vorausgesagt, dass sich das Klima in einigen Kaffeeanbaugebieten in Zukunft so stark ändern wird, dass der Anbau nicht mehr möglich sein wird.

 

Wie funktioniert die Kaffeeernte?

Bei der Kaffeeernte gibt es drei unterschiedliche Methoden. Das Picking à Pflücken per Hand, das Stripping à Abstreifen der Sträucher und das maschinelle Verfahren à Ernten mit Maschinen.


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