Kaffee aus Vietnam: Die Reise vom Massenproduzent zum Spitzenkaffee

Kaffeebohnen, direkt aus dem Vietnam.
Kaffee Vietnam: Die Geschichte des vietnamesischen Kaffees | Einzigartig im Geschmack: Nichts für schwache Nerven | Reise zum Spezialitätenkaffee

 


 

Inhaltsverzeichnis

Die Geschichte des Kaffeeanbaus im Vietnam

Der Weg der Kaffeebohnen nach Vietnam

Kaffeeanbaugebiete im Vietnam – Wo Frauen herrschen

Liebevoll von Hand geerntet – Aus Lam Dong und Dak Lak

Kaffeeanbau, die Rettung aus der Armut

Einzigartig vom Geschmack – Nichts für schwache Nerven

 


 

Die Geschichte des Kaffeeanbaus im Vietnam

Das Land Vietnam auf der Weltkarte gesehen.

Vietnam ist nach Brasilien weltweit das zweit größte Kaffeeanbaugebiet. Obwohl es deutlich kleiner ist als Brasilien hat es auch schon Jahre gegeben, in dem Vietnam Brasilien mit seinen Exportmengen an Kaffee überholt hat. Derzeit hat es die Nase jedoch hinter Brasilien. Der Weltmarktanteil an vietnamesischem Kaffee liegt bei 18,6%. Vietnams Hochland, auf etwa 600 Meter über dem Meeresspiegel, bietet gute Anbaubedingungen für den Robusta Kaffee.  Die beiden Haupt-Kaffeebohnen sind Robusta und Arabica Bohnen. Im Vietnam werden hauptsächlich Robusta Bohnen angebaut. Eine geringere Menge machen die Arabica Bohnen aus.

Denn die milden Temperaturen und die 600 Meter über dem Meeresspiegel sind perfekt für die Robusta Bohnen. Arabica Bohnen wachsen besser in höheren Lagen. Das ist der eigentliche Grund, warum im Vietnam vermehrt Robusta angepflanzt wird. Die Aufteilung liegt etwa bei 95% Robusta und 5% Arabica Bohnen. Ein derzeitiges Problem beim Kaffeeanbau stellt der Klimawandel dar. Die Temperaturen steigen konsequent und damit werden die möglichen Anbauflächen für den Kaffee kleiner. Auch Schädlinge und Bakterien breiten sich dadurch vermehrt über die Kaffeepflanzen aus.

Das Land arbeitete sich nach den grausamen Folgen des Vietnam Kriegs und einer labilen Wirtschaftslage innerhalb von 10 Jahren an die Spitze der Kaffee exportierenden Länder empor. Das hatte leider auch die Folge, dass viele minderwertige Kaffeebohnen aus dem Vietnam den Weltmarkt fluteten. Die qualitativ schlechten Robusta Bohnen drückten zudem die Preise und Vietnam erarbeitete sich einen schlechten Ruf am Kaffeemarkt. Dagegen wurde jedoch einiges unternommen und auch die Regierungen setzen alles daran Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht zu halten.

Mittlerweile hat sich der Ruf des vietnamesischen Kaffees verbessert. Es gibt durchaus einige Möglichkeiten an hochwertigen vietnamesischen Kaffee zu gelangen. Die Produzenten setzen heutzutage mehr auf Klasse als auf Masse. Somit verbessert sich die Qualität des Kaffees Stück um Stück.

Die Bohnen werden fast ausschließlich von Hand gepflückt. Die Aufbereitung ist in den meisten Fällen trocken, nur selten werden die Bohnen im Vietnam nass aufbereitet. Die Sortierung der Bohnen geschieht wiederum von Hand. Du siehst also, dass die Kaffeebauern viele Arbeitsschritte von Hand erledigen. Auch das entspricht dem Trend, der langsam Richtung Spezialitätenkaffee geht.

 


 

Der Weg der Kaffeebohnen nach Vietnam

Kaffeepflanzen im Vietnam: Der Weg der Kaffeebohnen in den Vietnam.

Die Kaffeepflanze kommt ursprünglich aus Afrika, genauer gesagt aus Äthiopien. Sie fand ihren Weg durch die Franzosen in den Vietnam. Erstmals wurde der Kaffee in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Vietnam eingeführt. In Frankreich gehörte das schwarze Gold schon zum täglichen Leben und die Franzosen wollten auch im damaligen Indochina nicht darauf verzichten.

Das Land wurde dann rasch mit großen Kaffeeplantagen übersiedelt. Die guten Anbaubedingungen für die Robusta Bohnen förderten das Wachstum. Die Kaffeeproduktion wurde von da an zu einem wichtigen Exportgut für den Vietnam. Leider versetzte der Vietnam Krieg dem Kaffee Boom einen großen Dämpfer. Bis zum Kriegsende um das Jahr 1975 kam die Kaffeeproduktion nahezu zum Erliegen. Neben dem wirtschaftlichen Dämpfer war die Kaffeeproduktion zudem staatlich beschränkt.

Um aus der Krise zu gelangen begann die Regierung den Kaffeebau nach Kriegsende stark zu fördern. Mit den Exporterlösen wurden teilweise die Schulden im Ausland getilgt. So gelangte der vietnamesische Kaffee praktisch von null auf hundert. Innerhalb von 10 Jahren arbeitet sich Vietnam an die zweite Stelle auf dem Kaffeemarkt. Das hatte leider nicht nur positive Aspekte, sondern auch Schattenseiten.

Dadurch, dass fast ausschließlich Robusta Bohnen angepflanzt wurden, und das in großen Massen, litt die Qualität. Robusta hat gemeinhin das Vorurteil der minderwertigen Kaffeebohne. Das hat den Grund, dass sie mehr aushält, wortwörtlich robuster ist als die feine Arabica Bohne. Zudem bietet sie nicht so viele Geschmacksvariationen wie die feine Arabica Bohne. Jedoch gibt es auch unter den Robusta Bohnen massive Qualitätsunterschiede.

Es gibt auch sehr gute, hochwertige Robusta Bohnen. Die Robusta Bohne enthält doppelt so viel Koffein wie die Arabica Bohne und ergibt dadurch einen stärkeren Kaffee. Vor allem für Koffein-Junkies und Menschen die dunkleren Kaffee lieben, ist das eine tolle Sorte. Aktuell exportiert Vietnam 15 Millionen Säcke Kaffeebohnen pro Jahr. Kaffee ist nach Reis das zweit wichtigste Exportgut.

 


 

Kaffeeanbaugebiete im Vietnam – Wo Frauen herrschen

Die wichtigsten Kaffeeanbaugebiete im Vietnam.

Kaffeeanbaugebiete befinden sich rein im Landesinneren, vorrangig in der südlichen Hälfte von Vietnam. Es begrenzt sich hauptsächlich auf die Provinzen Dak Lat, Kontum, Gia Lai, Lam Duong und Buon me Thuon. Vor allem im Hochland von Da Lat und im Umfeld gibt es einige Kaffeefarmen. Viele der Kaffeefarmen sind klein und bestehen aus Zusammenschlüssen von mehreren Kaffeebauern mit ihren Familien.

Die Kaffeebauern gehören vielfach der Minderheit der K´ho an. Die K´ho leben interessanterweise im Matriarchat. Das bedeutet, dass sämtliche Entscheidungen von den Frauen getroffen werden. Auch die geschäftlichen Entscheidungen werden vorwiegend von den weiblichen Familienmitgliedern gefällt. Die Plantagen sind vergleichsweise klein. Nur ein Bruchteil, 5% der Plantagen, sind über 500 Hektar groß.

 

Die 3 bekanntesten Kaffeeplantagen im Vietnam

-Viencafe: Ist ein staatlich geführter Kaffeeverband und nimmt 50% des Kaffeemarktes in Vietnam ein. Zum Ende des Vietnamkriegs waren sie bekannt für Instant Coffee. Dieser wurde vor allem an die Sowjetunion und andere Ostblockstaaten verkauft. Bis heute kamen noch 49 weitere private Kaffeeplantagen dazu.

-Trung Nguyen: Zählt zu den Hauptexporteuren von vietnamesischem Kaffee. Trung Nguyen ist mittlerweile eine der beliebtesten Kaffeemarken im Vietnam. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Dak Lak. Zudem ist es ebenfalls für den umstrittenen Kopi Luwak (Wiesel Kaffee) bekannt. Der Wiesel Kaffee ist deshalb umstritten, da die Wiesel oft unter miserablen Umständen gehalten werden.

-Highlands Coffee: Ist das erste vietnamesische Kaffeeunternehmen, welches von einem nicht-Vietnamesen gegründet wurde. David Thai, ein Amerikaner mit vietnamesischen Wurzeln gründete die Coffee Shop Kette. Er folgte dabei den Modellen von Starbucks und schuf damit die größte Café Kette im Vietnam. Das Preis- Leistungsverhältnis von Highlands Coffee ist großartig und auf jeden Fall einen Besuch wert.

 


 

Liebevoll von Hand geerntet – Aus Lam Dong und Dak Lak

Kaffee im Vietnam, von Hand geerntet.

„Wir wollen die Kaffeebauern fördern und gut bezahlen. Für eine langfristige Kooperation, aus der sowohl die Bauern, wir als Marke und unsere Kunden als Gewinner hervorgehen“. Die Bauern sollen in ihre Farmen investieren können und damit langfristig eine gute Qualität an Kaffeebohnen liefern.

 


 

Der Vietnam Dak Lak wird in Dak Lak und Lam Dong angebaut. Er wird direkt im Vietnam geröstet.

Vietnamesischer Kaffee, Spezialitäten Kaffeebohnen aus dem Vietnam.

 


 

Das ist unsere Mission, wenn es um die Beschaffung von Rohkaffee geht. Wir sind uns sicher, dass unsere Kunden dafür bereit sind einen höheren Preis für die gerösteten Bohnen zu bezahlen, als für industriellen billig Kaffee. Die Bohnen für den EXPLORE THE WORLD Vietnam Kaffee kommen aus und Dak Lak und Lam Dong.

Vietnamesische Kaffeebohnen, direkt im Vietnam geröstet.

Geröstet werden die grünen Bohnen danach in Ho Chi Minh City, der größten Stadt in der südlichen Hälfte von Vietnam. Im Gegensatz zum Massen-Industriekaffee werden die Bohnen in kleinen Mengen auf niedrigeren Temperaturen, dafür länger geröstet. So holt der Röster aus jeder Bohne das feinste Aroma heraus. Geröstet werden unsere Bohnen von der vietnamesischen Rösterei Ban Me Gold.

Ihre Leidenschaft dem Kaffee gegenüber leben sie seit 2011 aus. Sie haben selbst mehrere Kaffeesorten entwickelt. Ihr Leitsatz lautet „Wir kombinieren die herausragenden Werte des vietnamesischen Kaffees mit den Merkmalen der vietnamesischen Kultur. Damit kreieren wir ein Produkt, welches eine einmalige Erfahrung bietet und dem Land und seiner Schönheit gerecht wird“.

Die Vietnamesen trinken ihren Kaffee gerne sehr stark und dunkel. Deshalb haben auch wir uns bei unserem EXPLORE THE WORLD Vietnam Dak Lak Kaffee für eine dunklere Röstung entschieden. Die Bohnen eignen sich perfekt für einen herrlich, kräftigen Espresso oder für einen Cappuccino. Der Milchschaum rundet das kräftige Aroma des Espressos optimal ab.

Wir nutzen dafür eine 70 / 30 Mischung. Das bedeutet der Kaffee besteht aus 70% Robusta und 30% Arabica Bohnen. Der Robusta Anteil ist so hoch, da im Vietnam überwiegend Robusta Bohnen angebaut werden. Wir wollen dir genau den Geschmack des Landes ermöglichen.

 

Unterschied Robusta und Arabica Bohne im Aussehen

Der Unterschied zwischen Robusta und Arabica Bohnen.

Die Robusta Kaffeebohne hat einen fast runden Körper mit einem glatten Schnitt in der Mitte.

Die Arabica Kaffeebohne hat einen tendenziell länglicheren Körper mit einem unebenen Schnitt in der Mitte.

 


 

Kaffeeanbau, die Rettung aus der Armut

Vietnamesischer Kaffee mit gerösteten Kaffeebohnen.

Nach dem Vietnam Krieg in der Mitte der 1970er Jahre, war das Land in tiefer Armut. Der Anbau von Kaffee holte es ein großes Stück da heraus. Durch den Export von Kaffee konnte ein großer Teil der Schulden an andere Länder abbezahlt werden. So entwickelte Vietnam sich zu dem weltweit zweit größten Kaffeeproduzenten.

Der Anbau von Kaffee hat viele Menschen im Vietnam von der Armut gerettet. 95% der Kaffeeplantagen gehören kleinen Farmen. Diese Menschen können sich mit dem Anbau von Kaffee die Lebensgrundlage sichern. Die Farmen, von denen unsere Kaffeebohnen für den EXPLORE THE WORLD Vietnam Dak Lak Kaffee stammen werden regelmäßig über die offiziellen Preise auf dem Kaffeemarkt aufgeklärt. Ansonsten haben Kleinbauern oft keinen Zugang zu so wichtigem Wissen. Damit können unsere Kaffeebauern anders in die Preisverhandlungen gehen und sich langfristig besser auf dem Markt durchsetzen.

Durch dieses Wissen und durch selbstbewusste Kaffeebauern können wir qualitativ hochwertige Bohnen garantieren. Das schmeckt man auch in der Tasse. Ein fairer Beschaffungsprozess, tolle Röster und eine transparente Lieferkette garantieren einen umwerfend feinen Kaffee.

 


 

Einzigartig vom Geschmack – Nichts für schwache Nerven

Starker vietnamesischer Kaffee.

Der EXPLORE THE WORLD Vietnam Dak Lak Kaffee besteht aus einer Mischung von 70% Robusta Bohnen und 30% Arabica Bohnen. Die Robusta Bohnen werden von Kaffeekennern als leicht schokoladig mit feinem Aroma beschrieben. Zudem gelten sie als ausgewogen mit wenig Säureanteil, jedoch leicht bitter. Die Arabica Bohnen hingegen gelten als leicht sauer, etwas süß und reich an Aroma. Sie werden geschmacklich als Mischung aus Frucht und flüssigem Karamell beschrieben.

Der Kaffee ist relativ dunkel geröstet. Er eignet sich damit perfekt als Espresso aus der Siebträgermaschine oder aus dem Mokka Kocher. Auch als Cappuccino mit feinem Milchschaum eignet sich der starke Kaffee super. Denn sein kräftiges Aroma harmoniert super mit dem milden Milchschaum.

Vietnamesischer Kaffee ist klassischerweise immer etwas dunkler und stärker. Denn Robusta Bohnen haben einen doppelt so hohen Koffeingehalt wie Arabica Bohnen. Robusta ist zudem einen Hauch bitter, da das Koffein an sich bitter schmeckt. Zudem enthält er 60% weniger Fette und Zucker als Arabica Bohnen. Das lässt ihn etwas schärfer wirken.

Für viele Vietnamesen ist starker Kaffee gar nicht mehr wegzudenken. Liebhaber von vietnamesischen Kaffee schätzen das starke, kräftige Aroma. Es ist definitiv nichts für Jeden. Diejenigen, die starken Kaffee mögen, werden ihn jedoch lieben.

 

Der (ungerechtfertigt) schlechte Ruf vom vietnamesischen Kaffee

Vietnam als Kaffeeland zu entdecken.

Leider ist der vietnamesische Kaffee durch seine Vergangenheit nicht gerade für die beste Qualität bekannt. Das liegt auch daran, dass mehrheitlich Robusta Bohnen angebaut werden. Diese stehen allgemein nicht für hohe Qualität. Das liegt daran, dass sie schädlingsresistenter, also robuster sind. Sie wachsen auch in schlechteren Bedingungen relativ gut.

Auch wenn der Kaffeebauer sich nicht wirklich gut auskennt, werden Robusta Kaffeepflanzen trotzdem gut gedeihen. Deshalb werden die Robusta Bohnen auf dem Kaffeemarkt öfters für günstige Industriemischungen eingesetzt. Zudem gibt es leider noch Röster im Vietnam die den Bohnen Geschmacksverstärker wie Sojabohnen, Färbemittel oder künstliche Geschmacksstoffe zusetzen. Das fördert die Qualität und den Geschmack der Bohnen nicht wirklich.

Doch seit einiger Zeit tut sich etwas und Vietnam möchte auch für Spezialitätenkaffee stehen. Das ist dem Land teilweise schon geglückt und die Wahrnehmung verbessert sich zusehends. Der Anbau wird in vielen Regionen stärker kontrolliert und die Bauern erhalten vermehrt Zugang zu Fachwissen für ihren Kaffeeanbau.

Damit können sie besseren Kaffee anbauen und wissen auf was zu achten ist. Das ist wiederum gut für die Bauern, denn ihre Bohnen erzielen dadurch auf dem Markt einen höheren Preis.

 

Entwicklung der Kaffeekultur im Vietnam

Vietnamesisches Kaffeehaus, nettes kleines Kaffee im Vietnam.

Die Kaffeekultur im Vietnam hat eine kurze Geschichte, die hat es jedoch in sich. Mittlerweile trinken auch die Vietnamesen selbst gerne Kaffee, natürlich am liebsten den klassischen vietnamesischen Kaffee. Sehr stark, mit viel Koffeingehalt und dunkel geröstet, so trinken sie ihn am Liebsten. In den Straßen der größeren Städte gibt es etliche kleine Cafés. Diese erfreuen sich bei den Einheimischen und bei den Touristen an größer Beliebtheit. Viele sind individuell und mit viel Charme eingerichtet. Ab und an zieren auch kleine Kunststoffstühlchen die Cafés, ein typisches Bild für den Vietnam.

Auch große Ketten wie Starbucks, Highlands Coffee oder Trung Nguyen haben sich in großer Zahl angesiedelt. Im Vietnam hat sich das Kaffeetrinken zu einem Ritual entwickelt. Überall wird vietnamesischer Kaffee in experimentierfreudigen Variationen ausgeschenkt. Was die Kaffeevariationen angeht ist Vietnam wahrscheinlich weltweit ein Spitzenreiter.

 

Typisch Vietnamesischer Kaffee: Zubereitung

Typischer vietnamesischer Filter Kaffee, klassischer Kaffee aus dem Vietnam.

Der klassische vietnamesische Kaffee wird mit einem Kaffeefilter, dem sogenannten Phin zubereitet. Dieser steht oben auf der Tasse, und der Kaffee tröpfelt langsam hindurch. Zuerst werden die gemahlenen Kaffeebohnen in den Filter getan. Die Bohnen werden dann mit einem dünnen durchlöcherten Deckel beschwert, dieser liegt dem Phin bei. Danach wird heißes Wasser (Achtung nicht kochend heiß) in den Filter gegeben.

Dieses tröpfelt dann langsam hindurch. Durch das langsame Filtern, entsteht ein sehr dunkler, intensiver Kaffee. Die Vietnamesen trinken ihren Kaffee, egal ob warm oder kalt, mit Kondensmilch. Das macht den Kaffee dann sehr süßlich. Das ist in Vietnam der Standard. Hingegen wird nie normale Milch oder gar Zucker als Süßungsmittel verwendet. Die Kondensmilch wurde im 19. Jahrhundert in die Kaffeetradition der Vietnamesen eingeführt. Eigentlich war es damals eine Notlösung, da frische Milch sehr rar war. Aus dieser Not entwickelte sich eine Kultur.

 

Vietnamesische Spezialität: Der Eierkaffee

Der Eierkaffee aus dem Vietnam.

Der klassische vietnamesische Eierkaffee hat seinen Ursprung in den Jahren um 1940. Auch diese Tradition entstand eigentlich aus einer Not heraus. Auch hier war die knappe frische Milch das Problem. Eigelb war hingegen vorhanden und wurde kurzerhand als Ersatz für die Milch genutzt. Beim vietnamesischen Eierkaffee werden Eigelb, Kondensmilch und frischer Kaffee miteinander vermischt. Das klingt auf den ersten Blick komisch und nicht gerade schmackhaft. In der Praxis ist es aber sehr gut und erinnert etwas an das italienische Tiramisu. Heute ist das Getränk nicht mehr aus dem Vietnam wegzudenken und auch viele Touristen sind bereits auf den Geschmack gekommen.

 

Luwak Kaffee - Überteuert und eine Qual für die Tiere

Kaffee Luvak aus dem Vietnam.

Der vietnamesische Luwak Kaffee, welcher sehr teuer am Markt gehandelt wird und zu Spitzenpriesen exportiert wird, hat zwei Gesichter. Auch im Vietnam gibt es den klassischen Luwak Kaffee in vielen Cafés zu trinken. Luwak bedeutet Wiesel, und das ist wortwörtlich gemeint. Dieser Kaffee entsteht folgendermaßen: Die Wiesel bekommen rote Kaffeekirschen zu fressen. Das ist eine Leibspeise für diese Tiere. Die Ausscheidungen davon werden dann weiterverarbeitet.

Ursprünglich kam diese Idee daher, dass die Wiesel einen ausgesprochen guten Geruchssinn haben und dadurch nur die allerbesten, reifen Kaffeekirschen fressen. Dadurch entstand dann in der Schlussfolgerung auch der sehr hochwertige Kaffee. Der Grundgedanke basiert darauf, dass die Wiesel in großen Gehegen leben und so viel Kaffeekirschen fressen können, wie sie wollen.

Leider sieht das heutzutage in der Praxis ganz anders aus. Die Wiesel werden in sehr kleinen Käfigen gehalten. Die Käfige haben als Boden nur ein Gitter. Wenn überhaupt, sind die Käfige nur doppelt so groß wie die Tiere selbst. Sie haben also nahezu keinen Platz. Damit mehr Kaffee gewonnen werden kann bekommen die Tiere den ganzen Tag zwangsweise unzählige Kaffeekirschen zu essen.

Die Exkremente der Tiere fallen dann durch die Gitterstäbe hindurch. Die Kaffeebohnen, welche ausgeschieden werden, werden dann weiterverarbeitet. Man sieht also, dass diesen Tieren leider großes Leid angetan wird. Zum Schutz der Tiere und damit die Quälerei aufhört, sollte man den Luvak Kaffee nicht unterstützen.

 


 

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FAQ – Fragen rund um das Thema Kaffee aus dem Vietnam

Wo wird in Vietnam Kaffee angebaut?

Der Kaffeeanbau im Vietnam begrenzt sich hauptsächlich auf die Provinzen Dak Lat, Kontum, Gia Lai, Lam Duong und Buon me Thuon. Vor allem im Hochland von Da Lat und im Umfeld gibt es viele Kaffeefarmen.

 

Wie wird Kaffee im Vietnam zubereitet?

Die Vietnamesen selbst lieben starken, kräftigen und dunklen Kaffee. Da im Vietnam hauptsächlich Robusta Bohnen angebaut werden, ist der Kaffee auch sehr koffeinhaltig. Die Vietnamesen trinken ihren Kaffee gerne mit süßer Kondensmilch.

 

Wie ist der Geschmack von vietnamesischem Kaffee?

Vietnamesischer Kaffee ist kräftig. In seinen Aromen schmeckt hochwertiger Kaffee aus Vietnam schokoladig und etwas nach Haselnuss. Es gibt mittlerweile tollen Spezialitätenkaffee aus dem Vietnam.


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